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das ohr als komplexes resonanzsystem
nach allgemein bevorzugter lesart wird der tinnitus als krankheit definiert
- demzufolge wurde die gesamte bandbreite der annäherung an das thema
bis zu diversen therapieempfehlungen als selbstverständliche und
alleinige domäne der schulmedizin angesehen, und zwar ohne nennenswerte
widerrede - es gibt in deutschland ca. 8 mio tinnitusleidende.
in einer enquete zu beginn des projekts antinnitus®
haben wir dutzende, sog. austherapierte tinnitus - patienten interviewt
- die deutlichkeit, mit der sie über die einschlägigen erfahrungen
mit verschiedenen therapien berichteten, war unmissverständlich -
nach einer "odyssee" erfuhren sie in den seltensten fällen
eine linderung der symptome; von einer beseitigung konnte gar keine rede
sein!
forscher am institut für
angewandte akustik
(ifa), die das projekt antinnitus®
betreuen, haben sich einer unkonventionellen sichtweise bedient und betrachteten
fürs erste das rezeptionsorgan ohr als komplexes resonanzsystem;
zu examinieren war seine membranfähigkeit - ausgehend von der physikalischen
betrachtung, dass alle resonanzsysteme zumindest aus einem generator,
vibrator sowie resonator bestehen, wurde non - invasiv untersucht.
als instrument dafür wurde unter anderem ein eigens von ifa entwickeltes,
weltweit einmaliges messverfahren zur feststellung von tinnituseigenschaften
angewandt - hier einige theoretische sowie praktische konditionen zur
erläuterung der wirkungsweise der audio anwendungen im rahmen des
projekts antinnitus® :
ausgehend von erfolgreichen anwendungen an komplexen resonanzsystemen,
z.B. musikinstrumenten in den jahren von 1985 bis 1995 wurde im ifa
ein weiteres verfahren entwickelt, das es erlauben sollte, die an unbelebter
materie gewonnenen erkenntnisse auf biologische systeme zu übertragen,
genannt projekt antinnitus®.
mit grosser wahrscheinlichkeit spielt dabei die tatsache eine rolle, dass
biologische systeme gegenüber technischen einen „genetischen“
bonus besitzen, nämlich den einer langen akkommodationszeit an veränderungen
in ihrer umwelt, denn unumstritten sind ohren bereits lange vor allen
künstlich erschaffenen instrumenten vorhanden gewesen und besaßen
bereits alle wichtigen fähigkeiten zur wahrnehmung von geräuschen
und deren ortsbestimmung sowie als organ zur bestimmung der lage im raum
(gleichgewichtssinn), wichtige eigenschaften zur ausübung der jagd
und natürlich auch zur vermeidung von gefahren bzw. zur flucht bei
auftreten einer gefahr.
insofern wäre es natürlich gewesen, zunächst einmal die
schwingungs- und resonanz-eigenschaften biologischer systeme zu untersuchen.
bezeichnenderweise ist dies aber schwieriger als bei künstlich geschaffenen
instrumenten oder bauteilen, deren zusammensetzung nicht den grad der
komplexität wie der eines gehörorgangs besitzt - das verhindert
allerdings nicht analogieschlüsse, denn der modellcharakter eines
künstlichen schwingungssystems lässt sich in gewisser weise
auf das lebende schwingungssystem ohr übertragen, wenn auch bis heute
nach wissen des verfassers noch längst nicht alle zusammenhänge
im verständnis dieses wichtigen organs geklärt sind.
in der elektrotechnik gibt es den begriff der akustischen rück -
kopplung, bei der ein von einem lautsprecher abgestrahltes signal über
ein mikrofon auf den signalerzeuger zurückwirkt, was zu einer sogenannten
"resonanzkatastrophe" führt, hervorgerufen durch stetig
anwachsende frequenz- und amplitudenmodulation, die sich als sehr unangenehmes
geräusch bemerkbar macht und in ihrer lautstärke erst durch
die leistungsgrenze des gesamtsystems begrenzt wird - theoretisch betrachtet,
wird ein ursache- und wirkungskreislauf „kurzgeschlossen“,
indem das ergebnis eines schwingkreises unmittelbar wieder den schwingkreis
beeinflusst - einen solchen versuch kann jeder selbst unternehmen, wenn
er ein tonaufzeichnungsgerät mit lautsprecher und ein mikrofon besitzt
- es muss aber davor gewarnt werden, das system durch die hervorgerufenen
rückkopplungen zu überfordern - möglicherweise vertragen
einzelne bauteile das nicht und fallen dann auf dauer aus.
was liegt näher, als diese resonanzkatastrophe auf das klanginstrument
ohr zu übertragen, wobei zur technischen ursache diesmal andere auslöser
hinzutreten, wie z.b. biologische, biochemische und psychische.
nun kann man ein technisches schwingungssystem beeinflussen, indem man
die parameter verändert, wozu u.a. die baugrösse (z.B. bassflöte
- piccoloflöte) zählt, aber auch die zusammensetzung der materialien
des instruments - diese wiederum unterliegen im allgemeinen einer inneren
verspannung, bedingt durch die oft sehr unterschiedlichen materialien
mit ihren entsprechend unterschiedlichen schwingungsmustern - idealerweise
sollte ein solches instrument in resonanz mit allen beteiligten bauteilen
schwingen können, um im gesamten frequenzspektrum angenehme töne
zu generieren - dies wird verhindert durch die „innere dämpfung“
des gesamtsystems, festgelegt durch die gewählten materialien, deren
verarbeitung zu einer bestimmten form und größe, sowie deren
masseverteilung und zusammensetzung.
diese festlegung in gewissen grenzen aufzuheben, war aufgabe der ersten
entwicklungsstufe beim projekt antinnitus®,
nachdem sich bei der anwendung an musikinstrumenten nicht nur die grundsätzliche
machbarkeit, sondern auch der anhaltende effekt eingestellt hatten - war
nämlich ein instrument durch die einwirkung energiereicher resonanzspektren,
die sich lediglich an seiner belastbarkeitsgrenze orientierten, entdämpft
worden, hielt dieser zustand von alleine auf dauer an, was auch physikalisch
sinn macht, denn jedes system versucht immer, den niedrigsten energiezustand
einzunehmen - eine innere verspannung würde den energiegehalt um
einen potenziellen anteil vergrößern (eine gespannte armbrust
besitzt mehr innere energie als eine entspannte).
das das verfahren bei erscheinungen von tinnitus ebenfalls nachhaltig
funktioniert, konnte eindrucksvoll belegt werden.
eine simple applikation des interferenzphänomens auf den tinnitus
ist als nicht tauglich anzusehen.
(tinnitus-studie I. und II.: 29 sitzungen vom 11.11.1998 bis 26.02.1999)
ansicht tabelle
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